Aus Handelsblatt vom 18.3.2005
Süddeutsche Zeitung vom 6.4.2005

Standort Deutschland: Wiedeking attackiert Steuererlass für Jobvernichter Deutliche Worte von Porsche-Chef Wiedeking: Die staatliche Subvention des Arbeitsplatzexports sei „der Gipfel des Unsinns“. Lohn- und Sozialdumping gefährdeten die deutsche Wirtschaft zusätzlich.


Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Foto: AP

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kritisierte, dass der Staat deutsche Unternehmen bei der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland mit Steuererlass unterstützt.
Vor Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags sagte Wiedeking am Dienstagabend in Stuttgart: „Es ist wenig sinnvoll, ja geradezu der Gipfel des Unsinns, wenn man in Zeiten, in denen mehr als fünf Millionen Menschen als Arbeitslose in Deutschland registriert sind, den Job-Export auch noch aus dem deutschen Steuertopf subventioniert.“
Zudem zahle die EU – auch mit deutschen Beiträgen zur EU-Kasse – Zuschüsse für Firmenansiedelungen in den osteuropäischen Ländern, die den dortigen Regierungen dann dazu dienten, Firmen aus Westeuropa mit günstigen Steuersätzen anzulocken. „Wir verarmen, wenn wir asiatisch werden wollen“ Deutschland könne seine Spitzenposition im globalen Wettbewerb auch nicht durch Lohn- und Sozialdumping absichern. „Wir verarmen, wenn wir asiatisch werden wollen“, sagte er. Chinesische Lohnkosten wären volkswirtschaftlicher Unsinn.
Mit welchem Geld solle dann der deutsche Arbeitnehmer konsumieren, fragte der Porsche-Chef. Die Lohnkosten seien nicht das eigentliche Problem in Deutschland. Als Beispiel könne Porsche gelten. Das Stammwerk stehe im Herzen des Hochlohnlandes Deutschland. Trotzdem sei Porsche weltweit erfolgreich unterwegs.