Rund 900.000 Einwohner hat der EU-Staat Zypern und damit weniger als beispielsweise die Stadt Köln – dafür aber einen der größten Schuldenberge je Einwohner in der EU. Die kleine Insel ist pleite – will 17 Milliarden Euro Hilfsgelder aus dem EU-Rettungsfonds, um die maroden Banken zu sanieren. Die fielen bisher vor allem damit auf, dass sie bei der Geldwäsche krimineller Russen und bei der Steuerhinterziehung hilfreich zur Seite standen. Soll also der deutsche Steuerzahler ein Schwarzgeldparadies retten?

 

O-Ton Prof. Lorenz Jarass, Wirtschaftswissenschaftler, Hochschule RheinMain:
Die internationale Gesetzgebung sieht nur eine sehr geringe Veröffentlichungspflicht für diese Gelder vor. Deshalb ist es sehr schwer im Einzelfall nachzuweisen, woher die Gelder kommen und wohin sie fließen.


ZDF: Das trifft auch auf die zyprischen Banken zu. Welche Geschäfte sie und mit wem gemacht haben, verraten sie nicht. Fest steht nur: Ohne EU-Hilfe sind sie jetzt pleite und der zyprische Staat gleich mit. Mindestens 16 Milliarden Euro will Zypern vom europäischen Steuerzahler. Vorläufig.
Keinen Cent für die Banken! - fordert Prof. Jarass.

 

O-Ton Prof. Lorenz Jarass, Wirtschaftswissenschaftler Hochschule RheinMain:
In der jetzigen Situation an die zyprischen Banken, an den zyprischen Staat Geld zu geben, würde letztendlich nur dazu führen, dass all diejenigen, die den Steueroasenstandort Zypern für Geldumwandlung genutzt haben, dass die
begünstigt werden. Es ist jetzt unabdingbar erforderlich, dass keine Gelder nach Zypern fließen, dass die zyprischen
Banken dann eben zusammenbrechen, dann wird man sehen, wer im Einzelnen dort Gelder investiert hat, diese
Gelder sind dann weg.


ZDF: Auch das Geld der Russen wäre dann weg. Rund 25 Milliarden Euro sollen sie auf Zypern geparkt haben. Das würde reichen, die Insel zu sanieren. Sonst wäre womöglich wieder der europäische Steuerzahler dran.

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